Finally Finland

Es fing so mit 16 an. Damals schaute ich noch regelmässig Formel 1 Rennen (Eine Tatsache, die mir Leute irgendwie nie zutrauen). Ganz vorne (naja, fast ganz vorne (Wunschdenken)) mit dabei: Mika Häkkinen. Den fand ich gut. Also nicht nur in seinen Rennfahrer-Qualitäten versteht sich. Und der war aus Finnland. Was für mein 16jähriges Ich natürlich zu dem logischen Schluß führte, dass Finnland an sich auch gut sein MUSS.

So nach und nach las ich mir dann auch ein paar vernünftige Gründe an Finnland toll zu finden. Es ist recht leer - mag ich. Recht kalt - mag ich auch. Und die Sprache erst... Agluttinierende Sprachen sind sowieso cool. Die sind quasi wie Legos. Man hat ein paar Bausteine und baut sich damit ein RIESENWORT, was dann praktisch fast ein ganzer Satz ist. Saucool. Außerdem ist Quenya auch agluttinierend (Für nicht Nerds: Hochelbisch (Für absolut Uninformierte: Eine der Sprachen aus dem Herrn der Ringe (Für noch Uninformiertere: Ernsthaft? Das Konzept "Buch" ist euch schonmal begegnet, oder?))). Und bevor einer fragt: Ja, ich habe das gelernt. Also Quenya. Aber das Meiste schon wieder vergessen. Kann man halt nicht so wirklich praktizieren (Wat 'ne Überraschung). Und, um zum Thema zurückzukehren, wurde Tolkien beim Entwurf von Quenya vom Finnischen inspiriert. Und obendrein klingt es noch ziemlich geil (Also das Finnische (Und Quenya auch)). Zumindest finde ich das. Aber wer mir nicht zustimmt, hat sowieso unrecht. Eine Sprache in der Bus "Bussi", Automat "Automaatti" und Rockband "Rockibandi" heißt ist einfach cool und damit basta.

Und dann kam auch irgendwann der Metal in mein Leben. Und da Finnland hier ja auch einiges zu bieten hat, war das ein weiterer Grund Finnland unproportional genial zu finden.

Doch trotz des ganzen Finnland-unproportional-genial-Findens schaffte ich es nie dorthin. Wieso? Tausend Gründe, aber wahrscheinlich grösstenteils wegen meiner wahnsinnigen Couchpotatoeness. Und weil ich niemand in Finnland kenne. Ich fahre ja nicht gerne in den Urlaub, weil ich Tourist-sein schon immer so leicht doof fand. Ich habe irgendwie das Gefühl man lernt das Land nicht richtig kennen und kommt noch dazu immer leicht deppig rüber (mein Vater war lange Touristenführer, ich weiß wovon ich spreche...). Also fahre ich viel lieber Leute besuchen, die in einem bestimmten Land wohnen. Dann hat man sogar zwei Gründe dorthin zu fahren. Und da ich an vielen Orten Leute kenne hat das schon für nette Besuche gesorgt. Doch leider nicht in Finnland. Bis jetzt.

Ich kenne zwar immer noch keine Leute in Finnland (also schon irgendwie, aber niemand so gut, dass ich mich spontan bei ihm/ihr einnisten würde). Aber ich muss jobtechnisch öfter vereisen. Und so eine Gelegenheit nutze ich dann gerne um mich noch ein bisschen umzusehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich war in Finnland. OMG! FINALLY!

Und ich hatte, ehrlich gesagt Angst es dann vielleicht doch doof zu finden. Das hätte ja dann quasi Jahre über Jahre des Finnland-unproportional-genial-Findens kontradiktiert (gibt es dieses Word?) und ich hätte mir sicherlich von 1000000 Leuten (mindestens) hämische Sprüche anhören müssen, dass sie sich das schon immer gedacht hätten oder so. Aber es war TOLL. Toll, toll, toll, liebe 1000000 Leute (mindestens), die das vielleicht nie geglaubt hätten! Es war kalt und eisig und schneeig und zimtschneckig lecker.



Und allmählich gelange ich an dem Punkt, dass sich keiner diese Wall of Text durchlesen will, also werde ich meine ganze in einer Woche erworbene Finnland Weisheit wohl aufsplitten müssen auf mehrere Postings. Und meine Estland Weisheit natürlich auch, weil die habe ich mal fix mit erworben, als ich gesehen habe, dass man in zwei Stunden mit der Fähre rüberfahren kann. Also sage ich mal "to be continued" und verlasse euch mit einem Bild vom "Koiraparkki" ^^ (Koira=Hund (falls das nicht offensichtlich ist).



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