Rovaniemi - Unendliche Weiten, Santa Claus und ein weird dancing guy

Oh, Rovaniemi...

Es gibt Städte, die sind schön ohne wirklich schön zu sein. Und so ist das auch mit Rovaniemi. Die Stadt an sich ist recht klein und gebäudetechnisch auch recht unansehnlich. Was vor allem daran liegt, dass sie im zweiten Weltkrieg eingeäschert wurde. Aber die Stadt hat Flair. Was zum einen an der nur aus Wäldern, Flüssen und Seen bestehenden Umgebung liegt.
Das Arktikum in Rovaniemi - Unser Arbeitsplatz für zwei Tage \o/
Nein es ist kein See, es ist ein Fluss...
Herbst! :)

Zum anderen liegt es an dem charmanten Mix von Dörflern und Aussteigern. So wie in Gummersbach. Oder Tabay. Oder dem Gilmore Girls Kaff. Irgendwie spricht mich diese Mischung an.

Pardey!!!
Am Freitag unseres Aufenthaltes stieg die Party. Zuerst trat ein rappende, finnische Omi auf. Und das ist keine Umschreibung oder so, sondern es war wirklich ein auf finnisch rappende Omi. Danach kam eine ganz gute Balkan Band. Doch der Höhepunkt war weird dancing guy:
Ja, der im Hippie-Pulli mit dem Regenrohr auf dem Rücken.
Er führte zu der doch recht schnellen Musik eine Art Regentanz in Zeitlupe auf. Doch unsere Freude war noch größer als wir ihn abends wieder trafen. Rovaniemi ist ja klein. Abends waren wir nämlich bei einer Open Stage Night im Museum für moderne Kunst. Dort traten u.a. zwei Flamenco-Tänzerinnen auf begleitet von: Weird dancing guy! Badum, tsss! Unsere Freude war groß. Leider hat er nicht getanzt (was unsere anfängliche Hoffnung war), sondern nur die Mädels musikalisch begleitet.

Der Beweis: Weird dancing guy in action.
Doch in Rovaniemi gibt es mehr als nur weird dancing guy und rappende Omis. Wie vielleicht manche wissen, lebt dort nämlich auch eine hochwichtige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens:

Joulupukki, der Weihnachtsmann.


Und den muss man natürlich auch besuchen. Wobei unser finnischer Begleiter uns dann auch nur zu gerne behilflich war. Vor allem da, was uns erst später bewusst wurde, wir auch zum Weihnachtsmann ins "Büro" sollten um dort mit ihm zu reden.

Wir kamen an im Santa Claus Village und es ging durch dunkle, mit Glöckchengebimmel beschallte Gänge. Mir schwante irgendwann Böses.

"Sag mal, sollen wir etwas rein zum Weihnachtsmann?"
Grinsen. "Ja, klar!"
"Ehm, und dann zu ihm setzen und mit ihm reden???"
Breiteres Grinsen. "Klar. Und ich guck zu"

Natürlich versuchten wir uns rauszureden.

"Das muss ja nicht sein."
"Wir müssen ja nicht extra deshalb warten"
"Lassen wir doch lieber die Kinder vor, denen ist das wichtiger..."

Doch es gab keine Gnade und als einer von den Weihnachtselfen die Tür zur Audienz öffnete mussten wir wohl oder übel rein. An diesem Punkt sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass meine letzte Audienz bei einer derartigen Koryphäe unter den Weihnachtsgestalten, in totaler Panik und sehr viel Tränen endete. Unter anderem, weil in meinem Säckchen nur Mandarinen waren. Das erklärt vielleicht meine mangelnde Begeisterung. Doch es war halb so schlimm. Zumindest habe ich nicht geweint. Und auch keine Mandarinen bekommen.

Wir betraten den Raum in dem der Weihnachtsmann tronte und stellten uns artig vor. Er auch. Mit einem trockenen "Santa". Was soll er auch sonst sagen... Dann folgte ein bisschen Geplänkel woher wir denn kämen (Dschörmänie) und weshalb wir denn in Rovaniniemi seien (Geschäftsreise, hahaha). Dann wurden noch ein paar Fotos geschossen und wir gingen wieder. Man sähe sich ja an Weihnachten wieder. Die Fotos gab es im nächsten Raum käuflich zu erwerben. Zusammen mit einem Video der Audienz. Für 50 Euro. War uns dann dezent zu teuer und wir gingen.

Wieder im Freien erfuhren wir zwei Dinge:
  • Unser Begleiter war in seiner Studentenzeit als Foto-Elf für den Weihnachtsmann (der damals noch ein anderer war) tätig gewesen und kannte sich deshalb mit den ganzen internen Machenschaften in Santa's Village bestens aus.
  • Der Ex-Weihnachtsmann aus seiner Elf-Zeit ist jetzt der Konkurrenz-Weihnachtsmann. Es gibt nämlich in Santa's Village nicht nur einen Weihnachtsmann, sondern gleich zwei.
Und besagter Konkurrenz Weihnachtsmann lief uns dann auch prompt über den Weg und dank der Connections unseres Begleiters bekamen wir ganz kostenlos ein Bild. Man muss halt nur die richtigen Leute kennen!




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