Von einer die es nie auf die Reihe kriegen wird...

Bevor ich anfange mal wieder ein Märchen der Verpeiltheit zum Besten zu geben, möchte ich mich bedanken. Bin ich ja nicht so der Typ zu, also ist es was Besonderes und so. In Livejournal hatte ich ja keine Statistik, zumindest keine für das kostenlose Blog (1000:0 für Blogger), also dachte ich mir ich schreibe einfach lustig in die Welt hinaus und wusste von ca. 5 Personen, dass sie auf jeden Fall mal reinschauen - das war genug, macht ja auch Spaß, wenn keiner hinsieht (mir zumindest (man glaubt es kaum...)). Nun ja, und laut der tollen, tollen freien Statistik, die mir Blogger zur Verfügung stellt sind es ja schon mehr als fünf Personen - überraschend, aber schön.

Oder aber dieselben refreshen immer wieder die Page nur um die Statistik in die Höhe zu treiben - egal, das wäre ja dann auch nett gemeint, also auf jeden Fall: Ihr seid porno und verdient ganz viele Kekse und so.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Ich und Dienstreisen das ja so eine Sache... Es gibt sicher Leute, die, sobald die Reise feststeht alles regeln, das Hotel buchen, den Flug/Bus/Bahn buchen und auch sonst alles vorbereiten. Ich mache das auch, allerdings nur bis zu dem Punkt mir darüber Gedanken zu machen, dass ich mich ja darum kümmern muss. Und dann kommt der Moment wo ein Schmetterling/Heissluftballon/geile Sau vorbeifliegt, ich hinterher renne und die ganzen schönen Reiseplanungsgedanken so ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.

Manchmal ist das nicht schlimm. Aber manchmal endet es so wie jetzt.

Seit ungefähr Mai/Juni weiss ich von der Reise. Irgendwo wurde dann auch mal erwähnt man solle rechtzeitig buchen, weil ja im September noch Hochsaison wäre. Das habe ich auch gelesen und mir gedacht "Oh, das musst du dir merken". Dann kam der Schmetterling. Schön! Bunt! Hui! Manchmal fiel es mir dann auch kurz wieder ein (also das ich buchen muss, das kleine Detail mit der Hochsaison war natürlich direkt dem Schmetterling zum Opfer gefallen), aber dann gab es das zweite Problem:

Wenn mehr als drei Dinge, die ich nicht gerne mag, Abhängigkeiten bilden, dann entsteht die Prokrastinationslawine. Beispiel: ich muss einen Bug fixen, dazu muss ich etwas installieren was ich noch nicht kenne, das geht nur unter Windows, dort treten dann Probleme auf, in die ich mich auch wieder einlesen muss - Prokrastinationslawine (wobei das ein schlechtes Beispiel ist, weil es ja irgendwo eine Herausforderung ist und das ist wiederum reizvoll). In dem Fall der Buchung ist es folgendes:

Wenn ich online buche (telefonisch geht nicht (das muss man ja telefonieren (Igitt))) brauche ich eine Kreditkarte (die ich ja eigentlich auch "Igitt" finde). Also stehe ich vor der Wahl einer Bank. Nehme ich eine andere Bank/Anbieter wäre ich ja theoretisch bei zwei Banken. Das finde ich doof. Ganz wechseln will ich nicht, weil ich andere Banken doof finde. Also bei meiner Bank. Schön. Bei denen war ich auch schon. Viermal. Jedes Mal haben sie meine Adresse geprüft und versprochen die Unterlagen per Post zu schicken. Kam bis heute nichts - mein letzter Besuch ist ca. zwei Monate her. Wenn man allerdings noch dazu zählt, dass ich zuerst zweimal die Unterlagen online angefordert habe, war ich ja eigentlich schon sechsmal da. Jetzt kann man natürlich hinterfragen weshalb ich meine Bank immer noch mag. Keine Ahnung, ist halt so. Andere verlassen ihren Freund nicht, obwohl er sie schlägt und ich bleibe bei meiner Bank. Gesundheitlich betrachtet ist meine Option sogar besser. Ausserdem bin ich der festen Überzeugung, dass eigentlich meine Bank ganz toll ist, nur im Moment schlecht besetzt. Eigentlich ist sie ja nicht so, nicht wahr? Eigentlich ist sie ganz anders. Ihr kennt sie nur nicht richtig...

Jetzt könnte ich natürlich mal nachfragen was denn da los ist. Problem: Ich hasse Fragen. Vor allem wiederholtes Fragen. Selbst wenn es nicht meine Schuld ist, komme ich mir dann doof vor (könnte ja sein, dass ich beim ersten Mal "falsch" gefragt habe und deshalb noch nichts passiert ist (ja, mir ist bewusst, dass man schwer "falsch" fragen kann (vor allem bei so einer banalen Sache))).

Zusätzliches Problem: Mittlerweile sollte ich mich beschweren. Aber Beschweren ist noch viel schlimmer als Fragen. Beschweren ist was für deutsche Rentner (ja, auch ich habe meine Klischees - sind aber vom Aussterben bedroht). Die einzige Lösung ist also erstmal keine Kreditkarte zu haben. Bis mir eine gute Fee erscheint oder so.

Natürlich kann ich das Ganze umgehen indem ich mir das Hotel buchen lasse. Ja, sowas geht bei uns! Aber da muss man ja drum bitten. Und *trommelwirbel* Bitten ist ja quasi fragen...

Das ist also die Prokrastinationslawine, die dann dazu führt, dass man Kopf in diesem endlosen Loop festhängt bis es überhitzt, den Prozess killt und sämtliche Ressourcen für Schmetterlinge, schöne Männer mit langen Haaren oder spassige Programmieraufgaben aufwendet.

Und irgendwann steht man im Flur. Vor einem Plakat der Veranstaltung zu der man reist und jemand sagt: "Oh, das ist ja auch bald. Du fährst da hin, oder?". Und dann wird es heller. Und heller. Und nacheinander geht eine gefühlte Ikea-Lampenabteilung an. Als letztes eine rote Signallampe (die gibt es allerdings nicht bei Ikea). Auf ihr steht "SHIT!" und sie hat einen Sirenenton. Diese Lampe kenne ich gut. Sie verscheucht Schmetterlinge, Heissluftballons und schöne Männer und zwingt mehr oder weniger zum Handeln. Leider oft nicht rechtzeitig. So wie damals im Studium, als ich über Nacht eine Präsentation erstellt habe. Und trotzdem meinte ich müsse die halbe Nacht Serien gucken. Und dann meinte ich könne er mir leisten kurz die Augen zu schließen. Da ging sie erst an, als mich die SMS von meiner Frau weckte, in der stand wieso ich denn nicht in der Vorlesung war, wo ich doch vortragen wollte.

Dieses Mal war es auch knapp. Vor Schreck fiel mir dann auch die Hochsaisonssache ein. Die mir nichts mehr brachte ausser, dass der Sirenenton lauter wurde. Er steigerte sich noch als ich keine Hotels für den Ort angezeigt bekam. Kurz meinte ich, ich habe den falschen Ort bei der Hotelsuche eingegeben (oder sonstiges falsch eingestellt). Nope. Allet wech.

Ende vom Lied: Ich hab wenigstens ein Zimmer in humaner Nähe zum Veranstaltungsort bekommen. Und meine humane Nähe ist ganz schön weit. In diesem Fall eine Stunde mit dreimal umstiegen -.-

Und das Schlimmste ist: Beim nächsten Mal wird es wahrscheinlich nicht besser. Aber ich kann ja mal so tun als ob es nicht so wäre und mir das vornehmen. Oder mich irgendwie in die Situation manövrieren, dass ich mir eine Kreditkarte holen MUSS.

Und wehe jetzt sagt einer, das wäre ja total unlogisch. Das stimmt zwar, aber das ist mir auch klar. Ich müsste mich halt ändern um das zu ändern und das wäre ja doof. Ausserdem hätte ich dann viel weniger Stories zum Erzählen. Und das wäre ja am doofsten.


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